Lykke Li: Hamburg, Große Freiheit, 04.04.2011
Live-Bericht: So war’s gewesen!
Wunde Reime präsentiert Schwedens Indie-Pop-Koryphäe Lykke Li an diesem Abend in der ausverkauften Großen Freiheit zu Hamburg, die sie im Rahmen der Gastspielreise zu ihrem Zweitwerk „Wounded Rhymes“ angesteuert hat. Passenderweise gibt sich die 25-jährige Sängerin dann auch etwas gekränkt, als sie merkt, dass das (ladydominierte) Publikum die Songs ihres gefeierten Erstlings „Youth Novels“ von 2008 deutlich euphorischer aufnimmt als die des aktuellen Werks. „Tut wenigstens so, als würdet ihr den Song mögen“, gibt die in kurioser schwarzer Bauchweg-Tauchanzug-Strickmantel-Kombi auftretende Lykke beispielsweise der „Wounded Rhymes“-B-Side „Paris Blue“ mit auf den Weg, in der ja ohnehin schon ein latentes Minderwertigkeitsgefühl mitschwingt: „I’m not good enough for you, Paris blue, I’m no good.“
Aber das Fragile und Unsichere gehört nun mal ebenso zu Lykke Li wie das Betörende und Mysteriöse, das Hypnotisierende und Verführende. Und dass sie heute Abend nicht gut genug sein könnte, widerlegt die zwischen schwarzen Stofffetzen wie eine erotische Rumpelstilzchen-Version umherhexentanzende Femme fatale allemal: Spätestens wenn sie ihre tanzbarsten Hits wie das herrliche „Dance Dance Dance“ oder das peitschende „Get Some“ auspackt, kann man sich ihrer faszinierenden Aura, die ein wenig wie Björk light anmutet, ohnehin nicht mehr entziehen und muss tanzen, tanzen, tanzen. Das finale „Unrequited Love“ entbehrt also jedweder Grundlage – für solch einen aufwühlenden Konzertabend kann man Lykke Li schließlich nur lieben.
(erschienen auf rollingstone.de)


































