Jack Black & Kyle Gass – Tenacious D im Interview
Es gibt Interviews, die vergisst man nicht so schnell. Das Gespräch mit Jack Black und Kyle Gass, zusammen als Tenacious D offiziell die beste Band der Welt, gehört definitiv dazu. Nach diversen Absagen, Verschiebungen und -tröstungen fand es dann tatsächlich statt – leider nur an der Strippe, doch nach Deutschland wollen die beiden vollschlanken Vollblutmusiker schließlich erst dann kommen, wenn ihre Alben hier Gold-Status haben. Da hilft nur eins: Weiter brav die (wirklich erschwinglichen) beiden Alben der Fun-Rock-Götter und natürlich ihren Film “The Pick Of Destiny” kaufen, der schlicht und ergreifend in jede anständige DVD-Sammlung gehört. Im Interview palavern die beiden Freaks über ihr Kinofiasko, geben einen skurrilen Sandwich-Song zum Besten und kündigen die Eröffnung einer mehr als ominösen “Passion School” in Deutschland an.
Moin Jungs! Euch kriegt man ja schwer an die Strippe – was war los?
Jack: Es lag an mir, ich nehme die Schuld ganz allein auf mich!
Immer diese Rock-Stars. Apropos: Seht ihr euch eigentlich eher im Rock oder im Metal verwurzelt?
Jack: Unsere Wurzeln liegen ganz klar im Heavy Metal, auch wenn wir eigentlich eine
Comedy-Band sind. Unser Faible für die großen Heavy-Metal-Bands von damals kommt bei unserer Musik durch. Wir haben viele Black-Sabbath- und Led-Zeppelin-Einflüsse und viel “Dungeons & Dragons”-Bildsprache. Diese Theorie hat sich als richtig herausgestellt, als wir kürzlich für Metallica eröffnet haben – die Menge hat uns begeistert angenommen.
Besonders die zweite Hälfte eures zweiten Albums “The Pick of Destiny” hat viele Reminiszenzen an den klassischen Heavy Metal, oder?
Jack: In der Tat. Wir waren schon immer der Meinung, dass Heavy-Metal-Musik eine Kombination aus amerikanischem Blues and deutscher Klassik ist (Kyle fängt an zu lachen). Ihr Deutschen könnt euch also die Hälfte unserer Wurzeln auf die Fahne schreiben.
Kyle: Ich denke, dass Blues an sich amerikanisch ist.
Jack: Was willst du mir damit sagen, dass amerikanischer Blues redundant ist?
Kyle: Ganz genau.
Jack: Ist mir völlig egal, dann soll es so sein! Aber es gibt bestimmt viele Leute, die dieses Interview lesen und denken “He, danke, Kyle, ich war mir da nicht ganz sicher!”
Kyle: Mit den Leuten würde ich gerne mal reden (*lacht*).
Jack: Hört ihn euch an, Professor Kyle, wie er über meine Dummheit lacht!
Wie ihr bereits erwähnt habt, wart ihr im August der Opener für Metallica in Dublin. Unterstreicht dieses Engagement die Bedeutung, die Tenacious D mittlerweile in der Musikgeschichte erlangt haben?
Kyle: Ich denke, das kann man wohl nicht bestreiten.
Jack: Man könnte wohl sagen, dass es der Gipfel des Erfolges ist, vor Metallica zu spielen. Das Einzige, was wohl noch besser wäre, wäre, wenn Metallica für UNS eröffnen würden.
Aber ich denke nicht, dass das in diesem Universum passieren wird.
Warum eigentlich nicht, ihr seid doch erklärtermaßen die “beste Band der Welt”!?
Jack: Das stimmt. Aber: Metallica ist die beste Band des Sonnensystems.
Stimmt es eigentlich, dass eure Bandhymne “Tribute” entstand, als ihr vergeblich versuchtet, einen besseren Song als Metallicas “One” zu schreiben?
Jack: Das ist wahr, das war der Anfang. Es hat wirklich alles mit Metallica begonnen.
Kyle: Yeah, danke Metallica, wenn ihr das hier lest! Obwohl – eigentlich haben wir ihnen ja schon persönlich gedankt.
Jack: Da hatte ich mir eigentlich eine euphorischere Resonanz von Lars erhofft. Er war nicht sonderlich weggeblasen von Tribute. Andererseits war er bei unserem Gig sehr unterstützend. Als wir auf der Bühne standen, sah es danach aus, dass wir dem Zeitplan ein wenig hinterherhinkten. Ich habe zur Seite geschaut, um zu fragen, wie viel Zeit wir noch haben und ob wir um ein paar Nummern kürzen müssen. Lars stand dort und meinte nur “Macht weiter, spielt so lange ihr wollt!”
Letzte Metallica-Frage: Wie gefällt euch das neue Album “Death Magnetic”?
(*Sehr lange Pause*)
Jack: Ich habe bis jetzt nur die Single gehört, und die mochte ich.
Kyle: Ich glaube, es gab Beschwerden, dass das Album zu laut abgemischt sei und es zu viele Verzerrungen gebe.
Jack: Es tut mir wirklich leid, dass wir das Album bislang noch nicht gehört haben. Vielleicht sollten wir das mal eben nachholen – warte mal kurz. Alles klar, ich hab’s mir gerade angehört – es ist phantastisch!
Kyle: Besonders der Song nach “Sandwich” (*lacht*).
Jack: Oh Mann, das war ein Witz, den nur ich verstehen konnte, sorry.
Kyle: Ich werde euch einweihen: Wir haben im Bus unseren eigenen Metallica-Song namens “Sandwich” geschrieben, um den Metallica-Sound nachzuahmen. Im Prinzip ist das einfach nur “One” mit einem neuen Text.
Jack: Darin geht es anstatt um einen paralysierten und blinden Taubstummen um ein köstliches Sandwich. (*Singt*) “Sandwich! Made out of bread! Äh, wie ging’s doch gleich? Ach ja: Sandwich! Is delicious! Sandwich! Is made out of eggs. Put it on the toast! That’s a good sandwich! *piep* It’s the greatest sandwich! *diggedidiggedidiggedi-di!*”
Der Song muss aufs neue Album!
Jack: Auf jeden Fall – ein neues Highlight in unserem Repertoire.
Entstehen Songs von Tenacious D generell auf diese Weise?
Jack: Normalerweise nicht, nein. Spontanen Parodien machen wir eigentlich nicht, wir sind ja nicht die Weird Al Jankovichs des Heavy Metal! Wir stehlen für gewöhnlich keine Musik und machen einfach nur neue Texte dazu. “Sandwich” war eigentlich nur für uns beide.
Jack, in “School of Rock” bringst du den Kids bei, wie man vernünftig rockt. Wie wichtig ist Rockmusik in einem pädagogischen Kontext?
Jack: Ich sollte dich warnen – diese Frage führt uns auf einen Weg, auf dem uns Kyle nicht mehr am Telefon begleiten wird (*Kyle lacht*). Er wird nach Hause gehen und sich ein Eiersalat-Sandwich machen.
Kyle: Ich habe übrigens die Porno-Version von “School of Rock”!
Jack: Die was? Die Porno-Version?
Kyle: Ich kann mich aber nicht mehr an den Titel erinnern, wie war der doch gleich…
Jack: Na, wie hieß er, Kyle!? Entschuldige, was war die Frage?


































