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In Flames: Hamburg, Sporthalle, 26.11.2011

Alle Bilder: © Ben Foitzik. Verwendung jedweder Art nur mit Genehmigung des Fotografen.
(All pictures: © Ben Foitzik. Do not use without permission.)

Live-Bericht: So war’s gewesen!

Buntes Metal-Potpourri an einem standesgemäß verregneten Samstagabend in Hamburg: In Flames laden zum melodischen Massaker und haben mit Trivium und Ghost zwei patente wie gefeierte Support-Acts am Start

Zunächst jedoch eröffnen die Norweger Insense, „Baby“ von In Flames-Fronter Anders Fridén, der die Band managt, sowie die Londoner Rise To Remain den munteren Reigen, ohne jedoch auf dieser „großen“ Bühne nachhaltig überzeugen zu können. Vor allem Rise To Remain haben Probleme mit ihrem Wechsel aus Kreisch- und Clean-Gesang, denn letzterer klingt bisweilen dann doch reichlich schief. Andererseits ist das ja auch auf Platte schon so. Aber war eh nur zum Warmwerden.

Dann wird’s… obskur, als die schwedischen Okkult-Rocker Ghost die Bühne betreten: Papa Emeritus wedelt mit einem Weihrauchfässchen umher und seine Nameless Ghouls performen im gewohnt anonymen Ganzkörper-Habiten-Look. Schon beim ersten Song fliegen Bierbecher aus dem Publikum – es bestätigt sich, was eigentlich schon vorher klar war: Ghost passen nicht in dieses Line-up und werden auch nicht als interessante Außenseiter toleriert. Zumal man sagen muss, dass ihre Show in einer 7.000er Halle (die heute zu gefühlten zwei Dritteln gefüllt ist) einfach nicht so gut rüberkommt wie in einem Club. Den meisten Applaus ernten die Schweden dann auch, als sie ihren letzten Song „Ritual“ ankündigen – der immerhin ihr bester (an diesem Abend) ist.

Im Anschluss geht’s dann aber endlich richtig zur Sache: Trivium, die live bis dato selten bis nie enttäuscht haben, bringen die eingeschlafenen Glieder mit dem knackigen ‚In Waves’ auf Touren und fordern beim letzten Deutschland-Gig der Tour maximalen Einsatz vom Publikum. Natürlich liegt der Schwerpunkt des Sets auf den Songs des aktuellen Albums IN WAVES (‚Black’, ‚Built To Fall’, ‚Dusk Dismantled’), doch auch dessen Vorgänger kommt mit ‚Down From the Sky’ oder ‚Throes of Perdition’ zu seinem Recht. Zwar verliert das Florida-Quartett nach furiosem Beginn ab der Hälfte ein bisschen an Fahrt, kann die Publikumseuphorie jedoch einigermaßen hoch halten. „Germany has loved Trivium and we will always be thankful for that“, verspricht Sänger Matt Heafy höflich. Fette Songs, fetter Sound, fette Stimmung – was willst du mehr?

Blöde Frage – In Flames natürlich! Das schwedische Urgestein, seit über 20 Jahren im Geschäft und heute erfolgreicher denn je, startet das Set standesgemäß mit dem Titeltrack des aktuellen Chartstürmer-Opus SOUNDS OF A PLAYGROUND FADING, dem – wie auf dem Album – ‚Deliver Us’ und ‚All For Me’ folgen. Anschließend gibt’s ein buntes Potpourri aus fast allen Alben der Bandgeschichte: ‚The Mirror’s Truth’ und ‚Alias’ von A SENSE OF PURPOSE, ‚Come Clarity’ und ‚Take This Life’ von COME CLARITY, ‚The Quiet Place’ vom SOUNDTRACK TO YOUR ESCAPE und für jene, die nach wie vor der Überzeugung sind, dass In Flames mit dem REROUTE TO REMAIN-Album ihren Zenit erreicht hatten, ein paar Kracher der ersten Banddekade wie ‚Trigger’, ‚Swim’, ‚Colony’, ‚Only For The Weak’, ‚Cloud Connected’ oder ‚The Hive’. Unglaublich, mit welcher Begeisterung die Melo-Death-Ikonen auch nach all den Jahren noch zu Werke gehen und das Publikum zu Höchstleistungen anspornen. „We’re just five guys who like to drink beer and play Metal“, gesteht der sympathische Fridén bescheiden und ruft schließlich vor ‚Ropes’ den ultimativen Crowd-Surfing-Wettbewerb aus: Kurz darauf scheinen mehr Leiber über die Masse zu gleiten als darunter übrig geblieben sind – und das sieht ganz schön geil aus. Zum Schluss der satten Show gibt’s noch ein bisschen Feuerwerk, doch dessen bedarf es eigentlich nicht wirklich – schließlich war die Show selbst bereits ein einziges Feuerwerk.

(erschienen auf metal-hammer.de)

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