Crimfall: Hamburg, Markthalle, 08.11.2011
Alle Bilder: © Ben Foitzik. Verwendung jedweder Art nur mit Genehmigung des Fotografen.
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Live-Bericht: So war’s gewesen!
Die gute Nachricht: Die „Dead Tyrants Tour“ mit Moonsorrow, Týr und Crimfall ist in der Stadt! Die schlechte: Der Stadt ist das egal. Nur ein bisschen mehr als hundert Seelen haben sich in der Hamburger Markthalle eingefunden, um sich an diesem frostigen Dienstagabend eine Dosis Folk/Pagan/Heiden Metal abzuholen – und das beim Tourauftakt. Geht ja gut los.
Richtig leid kann einem die (nach eigener Aussage) Epic Folk Metal Band Crimfall tun, die vor gefühlten 25 Leuten den Abend eröffnen „darf“. Doch die Finnen um ihr kontrastreiches Gesangsduo, den hünenhaften Mikko Häkkinen und die hummelhafte Helena Haaparanta, lassen sich nichts anmerken und liefern ihren (freilich etwas altbackenen) Mix aus harschen und lieblichen Vocals mehr oder weniger souverän ab. Am Ende hat sich das Publikum dann auch verdoppelt – immerhin.
Im Anschluss stehen dann ein bisschen überraschend Moonsorrow auf der Bühne, die man eigentlich als Headliner des Abends wähnte. Doch ein Blick aufs Tourplakat bestätigt: Das ist tatsächlich eine Co-Headliner-Tour – beziehungsweise eher eine No-Headliner-Tour, denn sonst wären sicherlich mehr Leute gekommen. Die hätten an den heidnischen Finnen sicher ihre Freude gehabt: Mit kühler Eleganz feuern Ville Sorvali und seine Paganisten-Brüder ihre epischen Metal-Hymnen (‚Jotunheim’!) in den Saal und machen den eher kläglichen Rahmen dieses Konzerts im Nu vergessen. Vor allem das über 16-minütige ‚The Land Of The Dead’ entfaltet von Minute zu Minute mehr von seiner erhabenen Größe und erweist sich als würdiges Finale eines trotz subepischer Besucherzahl absolut superepischen Gigs.
Auch die Besucher der Markthalle scheinen der Meinung zu sein, dass Moonsorrow die wahren Headliner dieses Abends sind, leert sich der Saal danach bei Týr doch merklich. Verdenken kann man es ihnen nicht, sind und waren die Färinger mit ihrem langsamen, progressiven Folk Metal doch schon immer etwas gewöhnungsbedürftig und „anders“. Dass sie keine Stimmung machen, kann man ihnen aber nicht nachsagen: Als wäre der Saal proppenvoll, tanken sich Heri, Kári, Gunnar und der fesch geschorene Terji durch ihr Set und begeistern (die erste und nahezu einzige Reihe) mit Stücken ihrer jüngeren Alben THE LAY OF THRYM und BY THE LIGHT OF THE NORTHERN STAR (wie ‚Flames Of The Free’, ‚Shadow Of The Swastika’ oder ‚Northern Gate’). Auch wenn am Ende kein berauschendes Konzerterlebnis dabei heraus kam und ein echter Headliner fehlte, hat der Abend dann doch irgendwie Spaß gemacht. In diesem Sinne: ‚Hold the Heathen Hammer High’, Jungs!
(erschienen auf metal-hammer.de)


































