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Bloged in Stories von admin Donnerstag Dezember 1, 2011
OH, SLEEPER
Wem Thrice zu lasch und Underoath zu missionarisch sind, der kann jetzt eine neue Lieblingsband haben: Auf ihrem Konzeptalbum “Children Of Fire” zeigen die Texas-Söhne OH, SLEEPER eindrucksvoll, dass sie das Zeug haben, die Band von morgen zu werden.
Erstaunlich, was sich jenseits des Atlantiks für außergewöhnliche Bands entwickeln, von denen man in Europa bis dato noch nicht sonderlich viel mitbekommen hat. Da können die neuen Medien noch so sehr auftrumpfen – für junge Bands ist Touren auch heute noch das A und O, wenn sie dort anzukommen wollen, wo die potenziellen Fans von morgen sitzen. Das wissen auch Oh, Sleeper aus dem texanischen Fort Worth, doch das Schicksal verhinderte bisher, dass sie sich auf dem europäischen Festland wichtige Live-Sporen verdienen konnten: „Dank“ eines Vulkanausbruchs mussten sie ihre Support-Tour für Underoath vor zwei Jahren nämlich absagen. „Wir saßen damals am Flughafen von Chicago fest, das war eine Katastrophe“, blickt Sänger Micah Kinard zurück. „Wir brennen darauf, endlich in Europa zu spielen!“
Kein Wunder, denn in den Staaten sind Oh, Sleeper mit ihrem technisch einwandfreien Mix aus Underoath-Chaos und Thrice-Magie bereits zu einer spannenden Hausnummer geworden und konnten sowohl ihr 2009er Zweitwerk “Son Of The Morning” (ein Konzeptalbum über den Kampf zwischen Gott und Satan) als auch ihr aktuelles CHILDREN OF FIRE in den Charts platzieren. Da Kinard vor seiner Musik-Karriere Filmwissenschaft studierte und Drehbuchschreiber werden wollte, verwundert es kaum, dass auch die neue Scheibe ein Konzeptwerk geworden ist – das obendrein direkt ans Ende des Vorgängers anschließt. „’Children Of Fire’ ist der Höhepunkt unserer Album-Trilogie“, klärt der gähnende Screamer auf (war ’ne lange Nacht). „Gott und Satan haben einander im Kampf getötet und existieren nicht mehr. Folglich gibt es auf der Welt weder Angst vor der Hölle noch die Aussicht auf den Einzug ins Paradies.“ In dieser orientierungslosen Zeit folgt seine komplexe Geschichte einem verstörten Gottesfürchtigen und seiner atheistischen Tochter auf ihrer Suche nach Antworten. Eine Suche, die durch den wunderbar harmonischen Kontrast zwischen Kinards Keiforgan und dem cleanen Gesang von Gitarrist Shane Blay auch in den vielschichtigen Soundebenen perfekt ausgearbeitet wird.
Wie gut, dass der texanische Fünfer vor ein paar Jahren endlich aus dem Arsch kam und uns mit Oh, Sleeper (ein Bandname, der auf eben jene Phase tatenloser Lethargie anspielt) nun zeigt, wie komplex, intelligent und faszinierend moderner Metal sein kann.
erschienen in Metal Hammer 12/2011
Oh, Sleeper
“Children Of Fire”
Solid State Records
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