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Im kleinsten aller Kammerspiele muss Ryan Reynolds mit einem Handy herausfinden, wie, wo und warum er lebendig begraben wurde
Klaustrophobische Psychospielchen haben Tradition in der hohen Kunst des Filmemachens: Hitchcock beherrschte sie meisterlich, es gab „Das Boot“, „Speed“, „Panic Room“, und Tarantino verbuddelte erst Uma Thurman in „Kill Bill 2“ und dann George Eads in der CSI-Folge „Grabesstille“ lebendig in einem Sarg. Auf diesen Spuren wandelt nun auch Rodrigo Cortés, der das Motiv der Taphephobie in seinem Meisterstück „Buried“ auf die Spitze treibt, indem er seinen kompletten 95-minütigen Bonechiller unter der Erde spielen lässt. Einzige Darsteller: Ryan Reynolds, ein Handy und ein Zippo. Unmöglich, so etwas zu verfilmen? Ja! Unmöglich, dass so etwas anderthalb Stunden lang beim Zuschauer funktioniert? Absolut! Aber „Unmöglich“ scheint Cortés zweiter Vorname zu sein.
Paul Conroy erwacht in völliger Finsternis in einer maßgeschneiderten, eingegrabenen Holzkiste. Seine letzten Erinnerungen sind, dass er als ziviler Truckfahrer im Irak mit seinem Convoy in einen Hinterhalt geriet und dabei anscheinend in Ohnmacht fiel. Viel Luft und Akkuleistung bleibt ihm nicht, um sich aus dieser misslichsten aller Lagen zu befreien.
Wochenlang lag Reynolds zwölf Stunden am Tag in einem der sieben unterschiedlichen Särge, die für diesen laut Cortés „unmöglichen Film“ designt wurden. Was für eine Herausforderung für den fidelen Sunnyboy, der nur mit Stimme und Mimik das leisten muss, was sonst ein ganzes Ensemble, diverse Locations und Effekte in Personalunion vollbringen: den Zuschauer fesseln. Eine Aufgabe, die der 34-Jährige mit Bravour meistert. Und Cortés verspricht: „Nach diesem Hochspannungsthriller wird der Zuschauer das Kino zwei Kilo leichter verlassen.“ BIG-PICTURE-Messungen ergaben: Es stimmt!
Ergo: Cortés Spiel mit menschlichen Urängsten ist faszinierender Klaustrophobie-Terror. Sehen!
(erschienen in BIG PICTURE 04/2011)
Buried OT: Buried, USA 2010 R: Rodrigo Cortés D: Ryan Reynolds FSK: 16 Jahre L: ca. 90 Minuten Bild: 16:9 (2,35:1) Ton: DD 5.1 (Deu, Eng), DTS 5.1 (Deu) UT: Deu Extras: Featurettes, Making-of, Interviews, Audiokommentar u. a. (2-Disc-Special-Edition) A: Ascot Elite Bereits erhältlichZum Beispiel hier
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