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Bloged in Movies von admin Mittwoch Oktober 12, 2011
KNIGHT AND DAY
Cruise und Diaz wandeln in James Mangolds Action-Comedy auf den Spuren von Klassikern wie „Charade“ und „Checker & Chicken“-Blaupausen à la „Ein Vogel auf dem Drahtseil“
Es sollte Tom Cruise zu denken geben, wenn zuerst Adam Sandler die Hauptrolle eines Films ablehnt, dann auch noch Gerard Butler abspringt, um lieber den unsäglichen „Kautions-Cop“ mit Jennifer Aniston zu drehen, und er schließlich (nach Chris Tucker, der es auch nicht machen wollte) als Vierter gefragt wird, ob er nicht den Agenten Roy Miller in der Actionkomödie „Knight And Day“ spielen wolle. Ungeachtet dieser bemerkenswerten neuen Hollywood-Hierarchie, die die Entwicklung bestätigt, dass Herr Cruise mehr und mehr zum Kassengift mutiert, sagte der ehemalige Hollywood-Regent zu – und steckte dabei selbst bei seinen Prepaid-Bezügen zurück, die normalerweise jenseits der 20 Millionen Dollar liegen. Das Studio wusste schon, warum es skeptisch war: Fast 120 Millionen kostete James Mangolds Action-Feuerwerk, spielte aber weltweit „nur“ doppelt so viel wieder ein und schaffte in den USA nicht mal die magische 100-Millionen-Grenze. Unabhängig davon, wie der Film nun geraten ist, reift die Erkenntnis: Die junge Kernzielgruppe will weder den 48-jährigen Tom Cruise noch seine zehn Jahre jüngere Filmpartnerin Cameron Diaz in einer überbordenden Effekteschlacht auf der Leinwand sehen.
Wir wollen natürlich „Knight And Day“ nicht schlechter machen, als er tatsächlich ist – solide Actionunterhaltung (für reifere Kaliber) bietet er allemal: Cruise mimt den furchtlosen wie undurchsichtigen Geheimagenten Roy Miller, der die quietschige Zivilistin June (Diaz) auf dem Flughafen ohne ihr Wissen als Teilzeitschmugglerin für eine revolutionäre Technologie einspannt, die das Energieproblem der Erde lösen könnte. Doch ärgerlicherweise läuft nicht alles nach Plan und plötzlich hat Roy nicht nur eine Armada von Killern und abtrünnigen CIA-Agenten sondern auch noch die hyperventilierende blonde Sirene an der Backe. Und so schlittert das nicht wirklich harmonierende „Action-Traumpaar“ dauerbekifftgrinsend und ohne Verschnaufpause von einer spektakulären Nahtoderfahrung in die nächste und kommt sich bei der selbstgefälligen Hatzjagd um den halben Globus – Waschbrettwampe und Bikinioutfit sei‘s gedankt – natürlich auch persönlich näher.
Mangold, dem mit „Walk The Line“ und „Todeszug nach Yuma“ jüngst immerhin zwei emotional dichte Filmkracher gelungen sind, verliert sich leider ein ums andere Mal im von diversen Autoren kaputtgeschriebenen Drehbuch, das aufkeimende Logiklöcher gerne mit dem (überstrapazierten, aber nicht uncharmanten) Stilmittel „Knockout-Pille“ kittet. Kann man das alles noch relativ leicht verschmerzen (wer von „Knight And Day“ etwas anderes als visuell unterhalten werden will, ist eh im falschen Film), sieht das bei den zahlreichen Verfolgungsjagden und besonders bei der Stierhatz durch Sevilla anders aus: Bei so einem stattlichen Budget sollte man zumindest erstklassige Technik erwarten dürfen und sich nicht in einem Green-Screen-Studio wähnen. Da bekommt man bei Genre-Vorbildern wie „Bourne“ oder „Mission Impossible“ authentischeres Actionkino zu sehen – aber in einem Jahr darf Cruise ja wieder als Ethan Hunt seine Kassenschlager-Durststrecke kurieren.
Ergo: Schelte hin oder her – irgendwie macht das holprige Actionfest trotz einiger Turbulenzen dann doch irgendwie Spaß.
(erschienen in BIG PICTURE 12/2010)
Knight & Day OT: Knight And Day, USA 2010 R: James Mangold D: Tom Cruise, Cameron Diaz, Peter Sarsgaard FSK: 12 Jahre L: ca. 112 Minuten Bild: 16:9 (2,40:1) Ton: DD 5.1 (Deu, Eng, Fra, Tür) UT: Deu, Eng, Fra, Tür u. a. Extras: Digital Copy A: Fox Bereits erhältlichZum Beispiel hier
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