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MUSIK# Opeth … sind auch ohne Death Metal Death Metal

Bloged in Stories von admin Montag September 12, 2011
Opeth

OPETH

Beim Namen Opeth läuft anspruchsvollen Metal-Connaisseuren das Wasser im Mund zusammen: Neun Alben, eins („Blackwater Park“) faszinierender als das andere („Ghost Reveries“), haben die Schweden um Mastermind Mikael Åkerfeldt in ihrer Vita stehen und auf ihrem musikalischen Pfad der Erleuchtung nie das Risiko gescheut – die Eier, als Death-Metal-Band ein Album aufzunehmen, das keine Grunts sondern nur cleane Vocals hat („Damnation“), muss man erst mal haben.

Opeth hatten diese Eier und haben sie immer noch, wie Album Nummer 10, „Heritage“, nun eindrucksvoll zu beweisen weiß. „Dieses Album könnte für einige Leute ein Schock sein“, weiß Opeth-Trommler Martin Axenrot, dass man nach dem relativ harten „Watershed“ von 2008 mal wieder eine komplette Kehrtwende vollzogen hat. „Für die Fans, aber auch für uns ist ‚Heritage’ eine Herausforderung, da es einen völlig neuen Sound hat, viel dynamischer und vom Vibe der 70er durchsetzt ist. Aber es ist wichtig, immer wieder etwas Neues zu machen, denn wenn du nur das machst, was die Leute von dir erwarten, wirst du zu etwas, das du nicht bist. Dieses Album ist absolut ehrlich, es bildet den Geisteszustand der Band ab, die wir in diesem Moment sind.“
Doch auch der passionierteste Opeth-Fan wird feststellen, dass die vier Skandinavier auf „Heritage“ sperriger, progressiver und mysteriöser denn je zuvor zu Werke gehen und das knapp einstündige Werk mehr Durchläufe braucht als bisher, um wirklich im Gehirn anzukommen. Aber genau deswegen verehrt man diese Band ja auch so innig – weil sie einen ständig herausfordert, eben nicht den immergleichen 08/15-Style fährt und dabei bis zum heutigen Tag noch nicht ein einziges Mal enttäuscht hat. Insofern darf man auch „Heritage“ blind das Vertrauen aussprechen, auch wenn sich nun schon zum zweiten Mal in der Opeth-Diskografie kein einziger Grunzlaut auf dem Album findet. „Death Metal ist ja damals entstanden, weil man von der vorhandenen Musikszene angeödet war und sich selbst herausfordern wollte“, erklärt Axenrot. „Insofern ist dieses Album auch ohne Grunzen, Double-Bass und verzerrte Gitarren mehr Death Metal als viele andere Death Metal Bands heutzutage.“

(erschienen in Piranha 09/2011)


Opeth

Opeth
“Heritage”
Roadrunner
Ab 16. September erhältlich
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