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Im Horror-Genre wird alles geremaked, was nicht bei drei in der Gruft ist. Auch Wes Cravens Freddy Krueger musste nun dran glauben
Eins, zwei, Freddy kommt vorbei. Ach echt, was will er denn noch? Klassiker-Remakes umweht ja nun seit jeher die alles entscheidende Sinnfrage, doch bei Samuel Bayers Neuauflage von Wes Cravens Ursprungs-„Nightmare“ muss man sie wohl dringlicher denn je stellen: Warum macht man so etwas? Und vor allem: Warum macht man so etwas, wenn man das Original dann doch nur pilgerfahrtmäßig Szene für Szene nachstellt?
Die Handlung wurde der Einfachheit halber übernommen: Ein paar knackige Vorstadt-Teenies werden vom gleichen, immer wiederkehrenden Albtraum geplagt, in dem sie ein gräulich entstellter Mann mit Schlapphut und Schnetzelfingern verfolgt. Schon bald stellt sich auf schmerz- bzw. tödliche Weise heraus, dass die Klingen des traumhaften Peinigers den Schlummernden übel zusetzen können. Und während sich Albtraum-Engel Freddy Krueger (Jackie Earle Haley, der das Maskentragen wohl in „Watchmen“ liebgewonnen hat) munter durch die Gruppe säbelt, versuchen zwei von ihnen, Quentin und Nancy (Rooney Mara, die wir bald in den Hollywood-Remakes von Stieg Larssons „Millennium“-Trilogie als Lisbeth Salander sehen werden), dem Kruegerschen Geheimnis auf die Spur zu kommen.
Leider beschränkt sich Musikvideo-Regisseur Bayer, der u. a. mit Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“ seine Karriere begann, in seinem zugegeben recht fesch inszenierten Spielfilmdebüt nur auf bloße Reproduktion der legendären Szenen der Vorlage: Freddy-Fratze kommt aus Wand: check! Blut-Massaker im Teenie-Bett: check! Krueger-Klaue in Badewanne: check! Was er jedoch über Bord fallen lässt, ist Kruegers morbider Humor, der dem 26 Jahre alten „Nightmare On Elm Street“ doch so eine herrlich skurrile Note gab. Stattdessen verlässt man sich auf die üblichen Slasher-Schocker-Elemente, die zwar beim (jüngeren) Publikum ihre Wirkung nicht verfehlen, Kennern des Originals aber wie aufgewärmter (Krüger-)Kaffee vorkommen.
Ergo: Die solide inszenierte Neuauflage von Cravens Kult-Horror hat kaum Daseinsberechtigung. Motto: Bloß nicht einschlafen!
(erschienen in BIG PICTURE 10/2010)
A Nightmare On Elm Street OT: A Nightmare On Elm Street, USA 2010 R: Samuel Bayer D: Jackie Earle Haley, Kyle Gallner, Rooney Mara FSK: 16 Jahre L: ca. 91 Minuten Bild: 16:9 (1,78:1) Ton: DD 5.1 (Deu, Eng, Spa) UT: Spa, Dän, Fin u. a. Extras: Featurette A: Warner Bereits erhältlichZum Beispiel hier
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