MOGWAI
Draußen: frostiger Dezember. Drinnen: Barry Burns auf einem gemütlichen Ledersofa, kalte Pizza zwischen seine schottischen Kiemen quetschend.
Auf der Zugfahrt von Berlin, wo er seit einem Jahr lebt, nach Hamburg hat er sich gerade noch mal das Album „Hardcore Will Never Die, But You Will“ angehört. Nein, es ist nicht von Black Flag oder Sick Of It All. Es ist von der Post-Rock-Band Mogwai, die sich also auch mit ihrem siebten Werk um die Auszeichnung „dämlichster Albumtitel der Welt“ bewirbt. Ist das nicht ein bisschen albern? „Ach nein, unsere Musik nehmen wir schließlich absolut ernst. Nur Titel sind uns völlig scheißegal. Viele Postrock-Bands haben einen düsteren Song und nennen ihn dann ‚The Day The Earth Fell’, wo du nur denkst ‚ach, halt doch die Fresse! Nenn ihn ‚I’m Jim Morrison’, das ist wenigstens lustig’“, erklärt der 35-Jährige, der mittlerweile nicht nur Mogwai-Keyboarder sondern auch Hobby-Gastronom ist. „Das Gift“ heißt seine neue Kneipe in Neukölln – es gibt schottisches Bier, schottischen Whiskey, Salt-&-Vinegar-Chips und, klar, gute Musik. Apropos: Mogwais „Hardcore“-Album hat, um das noch mal klarzustellen, nichts mit Hardcore zu tun sondern ist einmal mehr ein apokalyptisch pulsierendes, fantastisch intensives Instrumental-Rock-Erlebnis, das nicht nur aber auch beim Zugfahren Spaß macht. „Es ist mir fast peinlich das zu sagen, aber ich finde das Album wirklich gut. Es klingt anders als unsere letzten Alben. Keine Ahnung, was oder warum es anders klingt, aber es ist so. Oder warte: Es klingt irgendwie… optimistisch.“ Die spinnen, die Schotten.
(erschienen in Piranha 03/2011)
MOGWAI
“Hardcore Will Never Die, But You Will”
Pias
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