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MUSIK# Children Of Bodom – Bodomie und Biergelage

Bloged in Stories von admin Donnerstag März 3, 2011
Children Of Bodom

CHILDREN OF BODOM

Fette Metal-Salven treffen auf düstere Lyrics und wilde Partysongs: Die Children Of Bodom scheinen die Vertonung der unergründlichen finnischen Volksseele zu sein. Mit ihrem siebten Album „Relentless Reckless Forever“ treten die schrillen Skandinavier das metallische Gaspedal nun wieder bis zum Anschlag durch

Kaum eine Band repräsentiert wohl die „neue“ Generation des Heavy Metals so sehr wie die finnischen Melodic-Deather Children Of Bodom: Die jungen Metalheads verehren sie, strömen herdenweise zu ihren Gigs und beförderten ihr 2008er Album „Blooddrunk“ sogar in die Top10 der deutschen Albumcharts – die Oldschool-Fraktion indes kann mit der irrsinnigen Kombination aus sirrenden Gitarreninfernos, keifenden Vocals und sphärischen Keyboard-Teppichen oftmals nichts anfangen und goutiert ja ohnehin nur wenige Sachen, die nicht Slayer sind. Dabei hat doch Slayer-Klampfer Kerry King höchstpersönlich verlauten lassen, dass er am liebsten mit COB toure – was allerdings auch an deren unbestreitbaren Party-Qualitäten liegen könnte. Schließlich ist Party ein ebenso integraler Bestandteil von COB wie die düster-aggressiven Lyrics von Sänger Alexis. Ein Spannungsfeld, das die fünf Finnen auch auf ihrem siebten Album „Relentless Reckless Forever“ ausloten.
Für dieses haben sie sich mit Matt Hyde mal wieder einen externen Produzenten ins Boot geholt, nachdem die letzte Produktion zu „Blooddrunk“ dann doch ein bisschen zu oft in Richtung „Beerdrunk“ abgedriftet und in exzessiven Studio-Partygelagen ausgeufert ist, wie Keyboarder Janne Warman zugibt: „Matt hingegen hat uns diesmal ordentlich in den Arsch getreten, das Ganze lief viel professioneller ab als beim letzten Album.“ Wen hat Matt Hyde eigentlich sonst noch so produziert? Ach ja, unter vielen anderen das Album „God Hates Us All“ von einer Band namens Slayer.
„Relentless Reckless Forever“ – sprechen Sie das mal schnell zehnmal hintereinander! Ein schier unmögliches Unterfangen. Und doch ein passender Titel für das Album einer Band, die unbeirrt und ohne Kompromisse weiter ihren Weg geht und mit dieser Maxime in den obersten Zirkel der Metal-Liga aufgestiegen ist. „Als wir unser erstes Album rausbrachten, war unser Ziel, tausend Einheiten davon in Finnland zu verkaufen“, erinnert sich Warman an die bescheidenen Anfänge Ende der 90er. Heute beschäftigen sich COB mit ganz anderen Verkaufszahlen, und das nicht zuletzt aufgrund ihrer stilistischen Einzigartigkeit: Es gibt einfach keine zweite Band im an Epigonen nicht eben armen Metalzirkus, die so klingt wie die weißblauen Bodomisten. Schiebt man „Relentless Reckless Forever“ in den Player, weiß man nach wenigen Sekunden, wer hier am Werk ist, auch wenn die Finnen stilistisch eine kleine Kehrtwende vollführt haben. „Für mich hat bei ‚Blooddrunk’ und auch bei ‚Are You Dead Yet?’ etwas gefehlt, und das waren die Melodien. Die sind jetzt endlich wieder da“, freut sich Warman, der als Keyboard-Ungetüm einen nicht unwesentlichen Beitrag zum unverwechselbaren Sound beisteuert. „Allerdings“, lässt er tief in seine geschundene Seele blicken, „habe ich kürzlich gehört, dass irgendeine norwegische Band gesagt hat, COB wären ohne Keyboard erheblich besser“. Gräme dich nicht, Warman, das waren bestimmt Oldschool-Slayer-Fans!

(erschienen in Piranha 03/2011)


Children Of Bodom

CHILDREN OF BODOM
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