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FILMKRITIK# Crazy Heart

Bloged in Movies von admin Dienstag März 22, 2011
Crazy Heart

CRAZY HEART

Ex-Country-Star Bad Blake ist auf seinem alkoholgetränkten Abstieg schon fast am Boden des Whiskyfasses angekommen. Doch dann sieht er einen Hoffnungsschimmer: die junge Journalistin Jean

Ruhm ist vergänglich, das muss der abgehalfterte Ex-Country-Star Bad Blake (Jeff Bridges) schmerzlich erfahren: Mit seiner alten Rostschleuder tuckert er durch Amerikas Countryside, tritt in Bowlingcentern und Kaschemmen auf und haust in dreckigen Motel-Zimmern. Seine treuen Begleiter: Die Erinnerung an eine bessere Zeit und eine stets gefüllte Pulle Whisky. Doch plötzlich tritt ein Engel in sein Leben, der den zielstrebig dem Abgrund entgegentorkelnden Säufer retten könnte: Die junge Journalistin Jean (Maggie Gyllenhaal) will einen Artikel über den ehemaligen Star schreiben und arrangiert ein Treffen. Natürlich kann sie Bads Charme nicht lange widerstehen und lässt sich auf ein Techtelmechtel ein. Durch ihren Einfluss bekommt der alte Trunkenbold wieder neuen Esprit: Wider seinen Stolz stimmt er zu, als Support für seinen ehemaligen Schützling Tommy Sweet (Colin Farrell) zu performen, der inzwischen die großen Bühnen spielt, und schreibt anschließend sogar Songs für dessen neues Album – denn keiner, das weiß auch Tommy, schreibt so tolle Songs wie Bad Blake. Doch der Absturz folgt auf dem Fuß: Durch seine Alkoholabhängigkeit droht Bad das Einzige zu verlieren, was ihm neben seiner Gitarre noch etwas bedeutet: Jean. Von seinem Leben mal ganz abgesehen.
Golden Globe, Oscar und Lob von allen Seiten: Mit „Crazy Heart“ hat Jeff Bridges nun endlich die Trophäen abgesahnt, die er für andere Performances längst verdient gehabt hätte. Mit erschütternder Authentizität spielt er den gefallenen Country-Star, ohne ins Pathetische oder Aufgesetzte abzudriften, und stellt bei den mitreißenden Performances zudem sein musikalisches Talent unter Beweis. Ohne ihn wäre diese Verfilmung von Thomas Cobbs gleichnamigem Roman von 1987 vermutlich nur ein mittelklassiger Musiker-Film mit Country-Kolorit geworden. Auffällig ist die inhaltliche Parallele zu Mickey Rourkes jüngstem Glanzauftritt in „The Wrestler“, der im Prinzip die gleiche Story in Grün erzählt – nur eben aus der Perspektive einer anderen ur-amerikanischen Kulturinstitution: dem Wrestling. Man muss allerdings auch klar sagen: Im Vergleich zu „Crazy Heart“ ist Darren Aronofskys Sportlerdrama noch einen Tick runder und ausgefeilter.

Ergo: Jeff Bridges brilliert in diesem intensiven Musiker-Drama, bei dem sicher nicht nur Country-Fans ins Schwärmen geraten

(erschienen in BIG PICTURE 10/2010)


BEWERTUNG

Crazy Heart
OT: Crazy Heart, USA 2009 R: Scott Cooper D: Jeff Bridges, Maggie Gyllenhaal, James Keane FSK: 6 Jahre L: ca. 108 Minuten Bild: 16:9 (2,35:1) Ton: DD 5.1 (Deu, Eng, Fra, Ita) UT: Deu, Eng, Fra, Ita, Tür, Nied Extras: Entfallene Szenen, Trailer A: Fox Bereits erhältlich Zum Beispiel hier



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