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FILMKRITIK# Die Fremde

Bloged in Movies,Primi - Film von admin Freitag Februar 4, 2011
Die Fremde

DIE FREMDE

„Wegen ein paar Ohrfeigen haut man doch nicht ab“, findet Umays Vater und will die junge Türkin in die Horrorehe nach Istanbul zurückschicken. Als sie sich weigert, sieht er die Ehre der Familie beschmutzt…

Umay ist erst 25 – und doch scheint ihr Leben schon fast vorbei: In Istanbul wird die aus Berlin stammende Deutsch-Türkin von ihrem Ehemann unterdrückt und gedemütigt. Doch statt sich dem traditionellen Dogma des Patriarchats zu fügen, nimmt die junge Mutter Reißaus und flieht mit ihrem kleinen Sohn nach Deutschland. Dort hofft sie von ihrer Familie mit offenen Armen empfangen zu werden und ein neues Leben beginnen zu können – doch ihre Flucht löst eine Kettenreaktion aus, in deren Folge Umay von ihrer „entehrten“ Familie verstoßen wird. „Haben wir dich großgezogen, damit du uns beschämst?“, fragt ihr Vater und löst mit seinem in absurden Traditionen verfangenem Denken eine Katastrophe in Gang.
Regisseurin Feo Aladag erzählt von einer jungen Frau, die einfach nur ihr Leben leben will und dafür bewusst „Gegen die Wand“ läuft. Ohne den Zeigefinger zu heben, blickt sie auf ihre Figuren und die Zwänge, in denen alle von ihnen leben (müssen), und nähert sich mit Fingerspitzengefühl und Respekt sensiblen Themen wie Patriarchat, Traditionalität und Ehrenmord. Absolute Trumpfkarte dieses intensiven Selbstbestimmungsdramas ist Sibel Kekilli, die die todtraurige aber dennoch unglaublich lebensfrohe Frau großartig darstellt und dafür zu Recht den Deutschen Filmpreis erhielt. Niemand lacht so schön wie Sibel Kekilli, niemand weint so schön wie sie. Ein bewegender Film über Mut, Träume und überholte Traditionen, der (hoffentlich) zum Nachdenken anregt und zigmal besser ist als jeder Hollywood-Thriller.

Ergo: Fesselndes Drama über den Selbstbestimmungswunsch einer jungen Türkin, das an die Nieren geht. Sibel Kekilli ist grandios!

(erschienen in BIG PICTURE 09/2010)


BEWERTUNG

Die Fremde
OT: Die Fremde, D 2009 R: Feo Aladag D: Sibel Kekilli, Nizam Schiller, Derya Alabora FSK: 12 Jahre L: ca. 118 Minuten Bild: 16:9 (2,35:1) Ton: DD 5.1 (Deu UT: Eng, Deu f. Hörg. Extras: Entf. Szenen, Interviews, Featurette, Bildergalerie, Trailer A: Majestic Bereits erhältlich Zum Beispiel hier



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GOLDKIND – Bitte verhätscheln!

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SILBERBLICK – Sichtung schmerzfrei.

MINISTAR BRONZE

BRONZEZEIT – Kalt geschmiedet.

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