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FILMKRITIK# Das Bildnis des Dorian Gray

Bloged in Movies von admin Freitag Februar 25, 2011
Das Bildnis des Dorian Gray

DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY

Der wohlhabende Dorian verkauft seine Seele für die ewige Jugend und verliert sich in einem Strudel aus Dekadenz und Hedonismus

Weltliteratur ist ein Begriff, der Oscar Wildes 120 Jahre altem Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ gut zu Gesicht steht: Kaum ein literarisches Werk hat schließlich den Ästhetizismus und die Dekadenz des Fin de siècle so prägnant zum Ausdruck gebracht. Eigentlich sollte dieses Thema als Blaupause für den perversen Schönheitswahn der Botox-Zombies aus Hollywood perfekt in unsere Zeit passen und damit für etwas Selbstreflexion im Filmgeschäft sorgen – leider jedoch gelingt es auch Oliver Parker nicht, Wildes großartiger Vorlage auf der Leinwand eine Seele zu geben.
Der Stoff sollte bekannt sein (und wenn nicht, lesen Sie bitte das Buch!): Nach dem Tod seines wohlhabenden Onkels kehrt der naive Dorian (Ben Barnes) nach London zurück und taucht in die High Society ein. Der zynische Lord Henry (Colin Firth) beneidet Dorian um seine Jugend und manipuliert ihn mit seiner Philosophie von Hedonismus und Narzissmus. Mit Erfolg: In einem arglosen Moment verkauft Dorian seine Seele für die ewige Jugend, und als er merkt, dass sich seine Laster fortan nicht auf sein Aussehen, sondern auf das Porträt übertragen, das der Maler Basil Hallward von ihm angefertigt hat, gibt es für den exzessiven jungen Mann kein Halten mehr.
Zu zahm, zu oberflächlich: Auch wenn Barnes und Firth als Idealbesetzung erscheinen, können sie die Faszination und Tiefe der Romanfiguren nicht transportieren. So bleibt eine mittelmäßige Schauermär, deren digital aufgepepptes London zudem kaum Atmosphäre verströmt.

Ergo: Schade, dass trotz guter Anlagen nur diese blutlose, wenig werktreue Weichspül-Variante des Klassikers heraus kam

(erschienen in BIG PICTURE 09/2010)


BEWERTUNG

Das Bildnis des Dorian Gray
OT: Dorian Gray, GB 2009 R: Oliver Parker D: Ben Barnes, Colin Firth FSK: 16 Jahre L: ca. 108 Minuten Bild: 16:9 (1,85:1) Ton: DTS 5.1 (Deu), DD 5.1 (Deu, Eng) UT: Deu Extras: Entf. Szenen, Interviews, Outtakes, Featurettes A: Concorde Bereits erhältlich Zum Beispiel hier



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