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MUSIK# Underoath – 11. Gebot: Du sollst Underoath hören!

Bloged in Stories von admin Mittwoch Dezember 1, 2010
Underoath

UNDEROATH

So höret das Evangelium: Auch ohne Gründungsmitglieder machen Underoath das, was sie am besten können: aufwühlenden Progressive-Core. Beweis: das neue Album„ Ø (Disambiguation)“, das alles andere als eine leere Menge ist

Verliert eine Band ihr letztes Gründungsmitglied, kann man ihr in neun von zehn Fällen die finale Ölung verpassen. Doch Underoath gehörten ja eh nie zu den normalen Bands sondern waren unter zehn stets die eine, die herausstach. Kurz vor den Aufnahmen ihres siebten Opus haben die Eidgenossen aus Florida mit Trommler Aaron Gillespie nun tatsächlich ihren letzten Gründer verloren – doch von Ölung keine Spur. Im Gegenteil: „Alle sagen immer ‚ohhh, ihr habt euer letztes Gründungsmitglied verloren’, aber wir sehen das anders: Wir haben unseren Drummer verloren“, meint Keyboard-Berserker Chris Dudley. „98 Prozent der Leute, die heute unsere Band kennen, haben eh keine Ahnung, was Underoath am Anfang für Musik gemacht haben. Wenn die ersten beiden EPs ein Erfolg gewesen wären, wäre das mit der Ur-Besetzung sicher bedeutsamer, aber wir waren damals Teenager von der High School und haben vor vier Leuten in obskuren Kaschemmen gespielt – wo waren damals die Leute, die heute meinen, wir hätten unsere letzte Wurzel verloren?“ Underoath: 1. Rest: 0.
Dass der Weggang von Aaron, mit dem man schon längere Zeit über die musikalische Ausrichtung uneins war, und der Zugang von Daniel Davison (Ex-Norma-Jean) einer kreativen Auferstehung gleichkommt, daran lässt „ Ø (Disambiguation)“ keinen Zweifel: So vertrackt, experimentell, melodiös und hart zugleich war der Tampa-Sechser noch nie – und das will was heißen bei diesen durchgeknallten Christcore-Geschossen, deren zwei jüngste Platten in den Staaten die Top10 der Billboard Charts aufmischten. In Deutschland noch Lichtjahre von ähnlichem Erfolg entfernt, wünscht man Underoath ja nicht erst seit heute, dass sie auch hierzulande endlich richtig durchstarten – auch wenn die plakative Gesinnung, im Rahmen derer sie ihre Konzerte gerne auch mal Jesus Christus widmen, nicht bei jedem hiesigen Heiden gut ankommt. Doch „wenn irgendetwas, an das du glaubst, verhindert, dass du dich mit jemandem anfreundest, dann machst du eh etwas falsch“, verkündet Chris. Von welcher Macht Underoath letztlich gesegnet sind, ist ja auch wurscht. Fakt ist: Sie sind gesegnet, ganz undoppeldeutig. Amen.

(erschienen in unclesally*s 12/2010)


Underoath

UNDEROATH
“Ø (Disambiguation)”
Roadrunner Records
Bereits erhältlich
Guckst du hier

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