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Musik-Story: Terror – Akzeptieren oder verpissen

Bloged in Stories von admin Donnerstag September 2, 2010
Terror

TERROR

Neues von der West Coast: Zwei Jahre nach ihrem letzten Lattenkracher melden sich die Hardcore-Puristen Terror mit ihrem fünften Album „Keepers Of The Faith“ lautstark an der Kakophonie-Front zurück

Es gibt wohl nur wenige Begriffe in der deutschen (oder englisch oder lateinischen) Sprache, die so stark sind wie das Wort Terror. Angst steckt da drin, Anarchie, Furcht und Schrecken. Wenn man sich als US-Hardcore-Band einen solchen Namen verpasst, dann kann man auch schon mal falsch verstanden werden – zumal das Konzept Terror vor allem in Amerika derzeit nicht gerade hoch im Kurs stehen dürfte. „Wir sind auf die Fresse. Aggressiv. Direkt aufs Maul. Wir sind Terror. Akzeptier’ das oder verpiss dich“, stellt Shouter Scott Vogel klar, was er von Ressentiments gegenüber dem Namen seiner Band hält. Aber so kennt man ihn ja, den Hardcore-Bomber aus L.A., der selten ein Blatt vor den Mund nimmt und beim Terror-Live-Inferno auch schon mal das „maximale Stagedive-Potenzial“ einfordert. Trotzdem möchte er Terror nicht als negative Aggro-Band verstanden wissen. „Klar sind Terror-Shows irrsinnig und intensiv, aber wir sind eine positive Band. Wir wollen, dass die Energie aus Freude und nicht aus Hass entsteht. Niemand soll kämpfen oder verletzt werden.“
Wie genau man sich diesen Live-Irrsinn vorzustellen hat, das kann man hierzulande schon bald am eigenen Leibe erleben, wenn Terror im September und Oktober mit ein paar anderen musikalischen Fressepolierern zur programmatisch betitelten „Hell On Earth“-Tour antreten. Und was haben sie im Gepäck? Genau: ein bombenstarkes neues Album, das auf den Namen „Keepers Of The Faith“ hört und mit diesem Titel eine Lanze für den wahren, reinen Hardcore bricht. „Es geht darum, diese Bewegung für mehr als nur laute Musik und Moshpits zu verehren“, erklärt Vogel. „HC ist ein Leitfaden durch diese verrückte Welt. Ein Lehrer. Ich habe dieser Szene viel zu verdanken, weil sie mir gute Freunde und Werte gegeben hat.“ Der Typ kann ja viel erzählen, wenn der Tag lang ist, doch wird Terror-Album Nummer fünf diesem puristischen Verständnis von Hardcore-Musik überhaupt gerecht? Oder ist die ganze „pureness“-Attitüde nur heiße Luft? Iwo! Selten hat man in jüngeren Jahren derart kompromisslosen Hartkern-Audio-Terrorismus auf die Lauscher bekommen – 33 Minuten, 13 Songs, zwei blutende Ohren, kein Kompromiss. „Ich will einfach nur Musik machen und Texte schreiben, die dich fühlen lassen. Egal ob gut oder schlecht, Hauptsache Emotionen werden erweckt. Wir versuchen nicht, den Hardcore neu zu erfinden oder die Besten zu sein. Wir wollen nur Spaß haben und die Welt erkunden. Wir sind einfach nur ein paar abgefuckte Typen, die Hardcore spielen. Ich hoffe, die Leute respektieren das.“ Irgendwie könnte man diesem Vogel stundenlang zuhören, so unprätentiös, direkt und ehrlich sind seine markigen Statements. Aber jetzt hören wir lieber erst mal „Keepers Of The Faith“. Warum? Weil es einfach richtig ist, „Keepers Of The Faith“ zu hören.

(erschienen in Piranha 09/2010)


Terror

Terror
“Keeper Of The Faith”
Century Media
Bereits erhältlich
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