MITTERNACHTSZIRKUS
Vermasselte Jugendbuchverfilmung: Darren lässt sich zum Halbvampir machen, um seinen Buddy zu retten. Doch der verbündet sich mit den Feinden der Vampire – den Vampyren
Die verzweifelte Suche nach einem Harry-Potter-Ersatz und ihre Auswüchse: Die erste Verfilmung der zwölfteiligen „Darren Shan“-Romanreihe aus der Feder des Iren Darren O’Shaughnessy (subtil!) will auch ein Stück vom Kuchen des zum verlässlichen Geldgeber avancierten jugendlichen Kinopublikums abbekommen – scheitert aber an einer lieblosen Inszenierung und absurden Handlung. Die Zuschauer quittierten dies mit Missachtung, so dass der Streifen von „American Pie“-Regisseur Paul Weitz an den Kinokassen sein 40-Millionen-Budget nicht wieder einspielen konnte. Damit reiht sich „Mitternachtszirkus“ nahtlos ein in die illustre Riege wenig erfolgreicher Verfilmungen von Jugendbuchfantastereien wie „Tintenherz“ oder „Der goldene Kompass“, die trotz literarischer Vorlagen kaum Fortsetzungen nach sich ziehen werden. Randnotiz: Bei „Der Goldene Kompass“ führte Pauls Bruder Chris Weitz Regie und bewies damit, dass das nicht vorhandene Gespür für fantastische Romanvorlagen in der Familie liegt. Sein jüngstes Regiewerk, „New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde“, bestätigt diese Theorie, profitierte kommerziell aber immerhin von den treuen „Twilight“-Groupies.
Darum geht‘s im „Mitternachtszirkus“: Der 16-jährige Durchschnittsschüler Darren lässt sich von Kumpel Steve überreden, den mysteriösen Zirkus Cirque du Freak zu besuchen. Dabei treffen sie auf den Vampir Larten (John C. Reilly), der mit seiner Spinne (die aussieht wie ein Kuscheltier im Spider-Man-Kostüm) eine Zirkusnummer abzieht. Steve, von kindauf Vampirnarr, drängt Larten, ihn zu verwandeln (Grüße an Bella!), doch dieser weigert sich (Grüße an Edward!). Hernach: Tödliche Spinne beißt Steve, Larten piekt Darren, Darren erbt Lartens Vampirkräfte und rettet Steve. Dadurch zum Halbvampir mutiert, trollt sich Darren zu den Freaks und wird in einen alten Zwist zwischen Vampiren und „Vampyren“ verwickelt.
Für Kinder zu „hart“ (FSK 12), für Potter-verwöhnte Jugendliche zu kindisch: „Mitternachtszirkus“ scheitert nicht zuletzt daran, dass er keine Zielgruppe bedienen kann. Mediokre Effekte und der blasse Hauptdarsteller tragen auch nicht gerade dazu bei, den Spaßfaktor zu steigern. Und warum arrivierte Mimen wie Salma Hayek und Willem Dafoe hier ihre bärtigen Gesichter zeigen, bleibt ihr Geheimnis.
Ergo: Die juvenile Zielgruppe ist Besseres gewohnt und wird an diesem mauen Vampir-Schmu wenig Freude haben
(erschienen in BIG PICTURE 05/2010)
Mitternachtszirkus
OT: Cirque du Freak: The Vampire‘s Assistant, USA 2009
Regie: Paul Weitz
D: John C. Reilly, Josh Hutcherson, Chris Massoglia, Salma Hayek, Willem Dafoe
FSK: 12 Jahre
L: ca. 105 Minuten
Bild: 16:9 (2,35:1)
Ton: DD 5.1 (Deu, Eng, Tür)
UT: Deu, Eng, Tür
Extras: Entfallene Szenen, Featurettes
A: Universal
Bereits erhältlich Zum Beispiel hier
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HEISSES EISEN – Zu gut um wahr zu sein!

GOLDKIND – Bitte verhätscheln!

SILBERBLICK – Sichtung schmerzfrei.

BRONZEZEIT – Kalt geschmiedet.
Und hier noch was zu gucken:
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