DISTRICT 9
Merke: Bei der Zwangsräumung eines verranzten Alien-Ghettos sollte man vorsichtig sein, was man anfasst. Wikus van de Merwe hat diese Regel nicht beachtet – und tut es nun Jeff Goldblum in „Die Fliege“ gleich
Würden Sie zur Fußball-WM in Südafrika fliegen, wenn Sie wüssten, dass über Johannesburg ein riesiges Alien-Raumschiff thront, dessen Millionen Passagiere in einem Ghetto in der Stadt eingepfercht sind? Keine Angst, das ist (noch) nicht der Fall, sondern nur die inhaltliche Prämisse des vielleicht wegweisendsten Sci-Fi-Films des vergangenen Jahrzehnts. Obwohl es sicher interessant gewesen wäre zu sehen, wie Aliens Fußball spielen.
Keiner weiß, was zu tun ist, als das Raumschiff plötzlich über der Metropole schwebt. Nach drei Monaten dringt das Militär schließlich ins UFO ein und stößt auf über eine Million abgemagerte Aliens. Man evakuiert die schrägen Gliederfüßer und steckt sie in das Camp „District 9“, das schon bald zum Slum wird. Ein paar Jahre später sollen die missliebigen „Prawns“, wie die Aliens abschätzig genannt werden, auf Druck der menschlichen Bevölkerung in ein Auffanglager außerhalb der Stadt umgesiedelt werden. Doch wie verlegt man 1,8 Millionen zweibeinige Riesengarnelen? Der Sicherheitskonzern MNU ist mit der Zwangsumsiedlung beauftragt und beginnt unter Leitung von Wikus van de Merwe (Sharlto Copley) mit der Räumung. Doch Wikus kommt versehentlich mit einer mysteriösen Flüssigkeit in Verbindung, die der Prawn Christopher mühsam hergestellt hat, um wieder zum Mutterschiff zurückkehren zu können. Die Kontamination hat unschöne Auswirkungen auf Wikus DNA… und er wird vom Jäger zum Gejagten.
Mit seinem Spielfilmdebüt, das auf dem Kurzfilm „Alive in Joburg“ beruht, hat Neill Blomkamp einen Meilenstein des Alien-Films gesetzt: Im halb-dokumentarischen Stil einer Mockumentary mit Interview-Schnipseln und Handkamera inszeniert, vermittelt „District 9“ ein Gefühl, das man im Kino in dieser Intensität lange nicht mehr gespürt hat: fundamentale Verwunderung und Befremdung. Mit nur 30 Millionen Dollar (die sich an den Kinokassen fast versiebenfachten) haben Blomkamp und Peter Jackson (als Produzent) hier nicht nur einen fulminanten Sci-Fi-Klassiker, sondern ganz nebenbei eine herrliche Parabel auf Xenophobie, Ausgrenzung und Apartheid geschaffen. Genial: Je mehr Wikus zum Alien mutiert, desto menschlicher wird er. Doch keine Sorge: Neben den ernsten Zwischentönen kommt in diesem sehenswerten Low-Budget-Kracher auch die Action nicht zu kurz.
Ergo: Visionäres Science-Fiction-Kino mit toller Story, viel Krawall und ernsthafter Message. Einer der besten Filme des Jahres!
(erschienen in BIG PICTURE Magazin 04/2010)
District 9
OT: District 9, USA 2009
Regie: Neill Blomkamp
D: Sharlto Copley, David James
FSK: 16 Jahre
L: ca. 108 Minuten
Bild: 16:9 (1,85:1)
Ton: DD 5.1 (Deu, Eng)
UT: Deu, Tür, Eng f. Hörg.
Extras: Audiokommentar, Entfallene Szene, Doku
A: Sony
Bereits erhältlich Zum Beispiel hier
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HEISSES EISEN – Zu gut um wahr zu sein!

GOLDKIND – Bitte verhätscheln!

SILBERBLICK – Sichtung schmerzfrei.

BRONZEZEIT – Kalt geschmiedet.
Und hier noch was zu gucken:
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