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Filmkritik: Der Solist

Bloged in Movies von admin Donnerstag Juli 8, 2010
Der Solist

DER SOLIST

Auf den Straßen der Stadt der Engel entdeckt Journalist Robert Downey Jr. den obdachlosen und geistig gestörten Cello-Virtuosen Jamie Foxx

Journalist Steve Lopez (Robert Downey Jr.) schlägt sich mit den üblichen Problemen herum: Waschbärenattacke im Vorgarten, Coyotenurin-Therapie, Deadline-Druck, chronischer Story-Engpass, Vereinsamung. Als er eines Tages dem Obdachlosen Nathaniel Ayers (Jamie Foxx) begegnet, der auf einer zweisaitigen Geige unter einem Beethoven-Denkmal musiziert, wittert er Futter für seine nächste Kolumne. Und tatsächlich: Ayers Werdegang vom Cello-Wunderkind zum ambitionierten Musikstudenten zum gefallenen Obdachlosen bewegt die Leser der L.A. Times. Je mehr Lopez versucht, seinem quotenträchtigen Schützling wieder zu einem normalen Leben zu verhelfen, desto mehr wird er dessen lädierter Psyche gewahr, die die aufkeimende Freundschaft der beiden unterschiedlichen Männer massiv gefährdet.
Wer hilft hier wem? Aus der ambivalenten Beziehung der großartig aufspielenden Hauptdarsteller bezieht dieses auf einer wahren Begebenheit beruhende Drama seine unbestreitbare Faszination. Nach „Stolz und Vorurteil“ und „Abbitte“ widmet sich Joe Wright erstmals der Gegenwart und porträtiert neben Ayers Einzelschicksal auch das harsche Leben mental gestörter Obdachloser in Los Angeles, das hier mehr an ein modernes Sodom als an eine „Stadt der Engel“ erinnert. Der letzte Funke Empathie jedoch will nicht überspringen: zu hölzern ist das Drehbuch, zu kalkuliert der Charakterdarsteller-Vorschlaghammer. Dennoch: Allein die Performance von Downey Jr. (und das Coyotenurin) macht diesen Film sehenswert

Ergo: Trotz genialer Darsteller und bewegender Story fehlen dem Real-Life-Drama ein paar Prozente zum Prädikat „muss man gesehen haben“. Muss man nämlich nicht. Kann man aber.

(erschienen in BIG PICTURE Magazin 04/2010)


BEWERTUNG

Der Solist
OT: The Soloist, GB/USA 2009 Regie: Joe Wright D: Jamie Foxx, Robert Downey Jr. FSK: 12 jahre L: ca. 112 Minuten Bild: 16:9 (1,85:1) Ton: DD 5.1 (Deu, Eng, Rus) UT: Deu, Eng, Tür u. a. Extras: Entfallene Szenen, Featurettes, Audiokommentar A: Universal Bereits erhältlich Zum Beispiel hier



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