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Filmkritik: Avatar

Bloged in Movies von admin Mittwoch Juli 14, 2010
Avatar

AVATAR

Der erfolgreichste Film aller Zeiten mischt die Heimkinos auf: Ohne Kino-Bombast und Extras ist das aber irgendwie nur halb so spektakulär

Was kann man über „Avatar“ erzählen, das Sie nicht eh schon wissen? Erfolgreichster Film ever – man hat davon gehört. Beginn einer neuen Sci-Fi-Saga – logisch. Ziemlich platte Indianer-Story – Sie haben ihn ja gesehen, oder? Klar, im Kino presste man sich erwartungsgeil in den Sessel und erfreute sich wie ein Kind am überwältigenden Bilderrausch. Doch blickt man mit etwas Abstand hinter das ganze Brimborium, muss man doch wohl attestieren: Die Effekte mögen sensationell sein – die Story ist eher fad.
Die Menschheit hat die Erde zugrunde gerichtet und sucht nun auf fernen Planeten neue Rohstoffe. Auf Pandora wird man fündig, doch leider wächst direkt über der Schatzbüchse ein gigantischer Yggdrasil-Baum, der das esoterische Epizentrum der Ureinwohner ist. Diese heißen Na‘vi, sehen aus wie drei-Meter-Schlümpfe und müssen jetzt weg. Um die Wilden auszuspionieren, setzt das Militär Retorten-Na‘vis ein, die von Erdlingen gesteuert werden. Der gelähmte Soldat Jake Sully (Sam Worthington) schlüpft also in einen XXL-Blaumann, mischt sich unter die grazilen Blauhäuter und verguckt sich in die Häuptlingstochter Nscho-tschi, ach nein, Neytiri (Zoë Saldaña). Jetzt ist Sully hin- und hergerissen zwischen der Mission und dem reizenden Naturvölkchen, das er den Bleichgesichtern ans Messer liefern soll.
Ob diese Story den Zuschauer im Heimkino zweieinhalb Stunden bei Laune halten kann? Im Kino hatte man immerhin den 3D-Bauklötzestaun-Effekt, der dramaturgische Mängel kaschierte, doch ist das zu Hause noch genau so prickelnd? Wir können es leider nicht beurteilen, da im Vorfeld keine Pressemuster ausgegeben wurden – die Vermutung liegt aber nahe, dass „Avatar“ im Wohnzimmer ungleich weniger kickt. In diesem Fall kann man sich auf den Herbst freuen, denn dann kommt Camerons Werk vielleicht noch einmal als extended Version in die Kinos. Und da auf keiner der jetzigen „Avatar“-DVDs oder BDs irgendwelche Extras enthalten sind, versteht man nicht so ganz, warum man sich den Film jetzt schon kaufen sollte.
Zum Schluss noch ein kleiner Tipp für die „Avatar“-Sequels: Jake findet heraus, dass Neytiri ebenfalls ein Avatar ist und von seiner verschollenen Schwester gesteuert wird. DAS wär‘s doch!

Ergo: Karl May goes outer space: Camerons Rekordfilm ist spektakuläre Effekthascherei mit dünner Story, die man vorzugsweise im Kino bestaunen sollte

(erschienen in BIG PICTURE 05/2010)


BEWERTUNG

Avatar
OT: Avatar, USA 2009 Regie: James Cameron D: Sam Worthington, Zoë Saldaña, Sigourney Weaver FSK: 12 Jahre L: ca. 155 Minuten Bild: 16:9 (1,78:1) Ton: DD 5.1 (Deu, Eng) UT: Deu, Eng, Ita, Dän u. a. Extras: keine A: Fox Bereits erhältlich Zum Beispiel hier



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