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Filmkritik: Shrink

Bloged in Movies von admin Dienstag Mai 18, 2010
Shrink

SHRINK

In den Schattenhängen Hollywoods mutiert Kevin Spacey als verwitweter Psychiater zum menschlichen Wrack

Promi-Psychiater Carter (Kevin Spacey) kommt nach dem Selbstmord seiner Frau nicht mehr klar und muss nun seinerseits einen Seelenklempner aufsuchen, auf dessen Couch er sich aussprechen kann. Klingt vernünftig? Nun, die besagte Couch ist die Rückbank eines alten Mercedes und der Psychiater ist Carters halbwüchsiger Drogendealer, der ihn regelmäßig mit dem krassesten „Shit“ versorgt. Klingt doch gleich viel unvernünftiger, oder?
Während Carter in die Drogensucht schlittert und nebenbei prominente Macher und Opfer der Traumfabrik zu therapieren versucht, schlagen sich die übrigen Figuren dieses Ensembledramas mit anderen Problemen herum: Carters „verschwägerter Patenbruder“ Jeremy (Mark Webber) ist ein junger Drehbuchautor mit Schreibblockade, die alternde (sprich: über 30-jährige) Hollywood-Actrice Kate (Saffron Burrows) wird von ihrem unreifen Macker gehörnt, Filmagent Patrick ist sowohl Genie als auch krankhafter Phobiker, und der gealterte Movie-Star Holden (Robin Williams) leidet unter Sexsucht und der Tatsache, dass die Ehe Monogamie von ihm verlangt. All diese verkorksten Existenzen sind bei Carter „in Behandlung“ – ein illustrer Clan der Gestrandeten. Als jedoch die Schülerin Jemma („Keke Palmer“) auftaucht, die seit dem Tod ihrer Mutter traumatisiert ist, gerät das fragile Personengefüge aus den Fugen.
In der Rolle des zugedröhnten Wracks liefert Kevin Spacey mal wieder eine grandiose (wenn auch stark an „American Beauty“ erinnernde) Performance ab und trägt das mit bissigem Witz gewürzte Drama über Trauer und die Suche nach Sinn ganz allein auf seinen Schultern.

Ergo: Bissiges Ensemble-Drama mit einem überragenden Spacey als apathisches Epizentrum des Grams. Da möchte man stundenlang zusehen!

(erschienen in BIG PICTURE Magazin 03/2010)


BEWERTUNG

Shrink
OT: Shrink, USA 2009 Regie: Jonas Pate D: Kevin Spacey, Robin Williams, Saffron Burrows FSK: 12 Jahre L: ca. 100 Minuten Bild: 16:9 (2,35:1) Ton: DD 5.1 (Deu, Eng) UT: Deu f. Hörg. Extras: Interviews A: Universum Bereits erhältlich Zum Beispiel hier



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