IMMOLATION
Aua: Nach einem unheilschwangeren Intro drischt einem der passend betitelte Opener „The Purge“ urplötzlich den kakophonischen Wahnsinn in die Visage und säubert radikal die Gehörgänge.
Die Death-Metal-Urgesteine Immolation sind zurück – und klingen auf ihrem Nuclear-Blast-Debüt „Majesty And Decay“ garstig wie nie. „Nach knapp 22 Jahren im Geschäft ist es noch mal ein großer Schritt für uns, von so einem außerordentlichen Label gesignt zu werden“, freut sich Stimmbandvergewaltiger Ross Dolan, endlich „zu Hause“ angekommen zu sein und einen zweiten Frühling einzuläuten. Denn daran, dass das achte Studioalbum der New Yorker ein Highlight der Bandgeschichte ist, besteht kein Zweifel: Mit brachialer Produktion, ausgefeiltem Songwriting und gigantischem Aggressions-Level mähen die vier Opfer-Experten alles nieder. „Unsere Musik ist wütend, dunkel und gespenstisch – wie ein unheilvoller, bedrohlicher, bösartiger Sturm, der den Hörer in eine andere Welt führt“, beschreibt Adjektiv-Spezi Dolan den eigenen Sound und übertreibt damit nicht die Bohne. Doch natürlich wollen Immolation nicht nur prügeln, sondern auch etwas sagen: Inhaltlich bezieht sich „Majesty And Decay“ auf die Schattenseiten von Macht, Überfluss und menschlicher Hybris. „Wir erforschen das Dunkle hinter der glänzenden Fassade, denn Macht hat immer einen Preis – sei er menschlicher oder ökologischer Natur.“ Mit diesem Album haben Immolation jedenfalls ihre Machtposition im Death-Metal-Sektor nachhaltig gestärkt. Und der Preis dafür? Definitiv die Stimmbänder.
(erschienen in Piranha 03/2010)
Immolation
“Majesty And Decay”
Nuclear Blast
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