BLACK BOX REVELATION
„Der einzig denkbare Weg, um das Innere einer Black Box aufzudecken, ist, damit zu spielen“, hat mal René Thom gesagt. Den kennt zwar keine Sau (oder?!), aber schön hat er das trotzdem gesagt.
Also packen wir das neue Album des belgischen Duos The Black Box Revelation in den Player… und spielen es! „Rauer, bluesiger Rock mit psychedelischen Einflüssen“ schlägt einem entgegen – behauptet jedenfalls Gitarrist und Sänger Jan Paternoster. Er und Kumpel Dries Van Dijck an der Trommelanlage machen das, was andere Bands nicht mal zu viert hinbekommen: gute, intelligente Rockmusik. Kaum zu glauben eigentlich, dass die zwei Jünglinge aus Brüssel und Umgebung mit „Silver Threats“ erst ihr zweites Album an den Start bringen und sich im Fall von Dries sogar noch Teenager schimpfen dürfen. „Die Leute fragen uns immer, ob wir nicht noch einen Bassisten dazunehmen wollen“, erzählt Jan. „Was für eine bescheuerte Frage! Wenn wir das wollten, würden wir es ja machen.“ Das ist irgendwie logisch und ohnehin abwegig, weil BBR eben durch diese reduzierte Instrumentierung ihren besonderen Sound kreieren. Und nicht nur dadurch, sondern auch durch Jans Gitarrenspiel, das irgendwie „anders“ klingt. „Ich hatte nie vernünftigen Gitarrenunterricht, weil mein Lehrer Linkshänder war – für mich war seine Gitarre seitenverkehrt. Ich habe also von Anfang an anders als andere gespielt.“ Das erklärt so einiges – vielleicht ja auch einen Song wie das epische Finale „Here Comes the Kick“, das in neun abgefahrenen Minuten von einem „Stormhunter“ erzählt, dieses Thema musikalisch außergewöhnlich umsetzt und dabei an Black Rebel Motorcycle Club erinnert. Wie jener Jäger stellen sich BBR mit ihrem Zweitwerk nun ebenfalls mitten ins Auge des Sturms – und sind bereit, die Rock-Welt in eben jenem zu erobern. „Wir gehen weiter, als man normalerweise gehen sollte. 100 Prozent für die Musik!“ Amen, Herr Paternoster!
(erschienen in unclesally*s 02-02/2010)
The Black Box Revelation
“Silver Threats”
Warner
Bereits erhältlich
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