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HIM: Der unbedingte Ville zur Liebe

Bloged in Musik-Features von admin Samstag Februar 6, 2010

HIM

HIM

Schön, dass sich einige Dinge niemals ändern: Finnlands oberster Teerlungen-Rocker Ville Valo hat mit HIM mal wieder eine Ode an die Venus geschrieben

Die Telefonanlage mag Ville Valo nicht. Kaum hat der Bub ein Wort gesprochen, stirbt das Miststück – Reanimationsmaßnahmen erfolglos. Was tun? Handy zücken und 21 Minuten verkrampft Diktiergerät und Ohr neben die miesen Lautsprecher besagten Geräts pressen! Kostenpunkt: 15,96 Euro. Abhörergebnis: Ville zu 50 % undechiffrierbar. Erkenntnis: Telefonanlage und Handy verschrotten, Anbieter und Beruf wechseln. Kein Scherz: Jetzt schmiert Word ab. Noch mal von vorne texten. Ich werd valo!
Der liebe Ville kann ja nichts dafür. Der ist gut drauf und plaudert über Liebe, Magie und das neue HIM-Werk „Screamworks: Love in Theory and Practice“. Love, immer wieder Love – ist der Mann mal als kleiner Ville in einen Pott Aphrodisiakum geplumpst? „Ich bin weder ein politischer noch religiöser Mensch“, erklärt Ville. „Also schreibe ich über etwas, das mir sehr wichtig ist: Liebe. Niemand hasst Liebe, Liebe ist universal und berührt jeden.“ Nun, es gibt Menschen, die irgendwann verbittert der Liebe entsagen. „Yeah? Well, fuck them.“ Bitte? „Fick sie! Im übertragenen wie wörtlichen Sinn, haha. Im Ernst: Es ist etwas Magisches an der Chemie zwischen zwei Menschen: Jemand betritt den Raum und plötzlich verändert sich alles für dich – deine Kinnlade fällt runter und du sinkst auf die Knie. Das passiert nicht jeden Tag, aber wenn du geduldig bist, wird es passieren. Es nervt mich, dass viele Leute Kompromisse in der Liebe machen und die einfache zweite Wahl nehmen. Liebe hat viel mehr Magie zu bieten.“
Folglich ist auch HIMs neue Platte voll von Songs, die wie „In Venere Veritas“ (für Französinnen: „In der Venus/Liebe liegt die Wahrheit“) der Liebe huldigen. Wenigstens hat Ville mittlerweile den Wein aus dieser Gleichung gestrichen – gut für ihn und die Zukunft der Finnen, die mit Album Nummer 7 an alte Glanztage anknüpfen wollen und dafür den Erfolgsproduzenten Matt Squire angeheuert haben. Dieser hat HIMs Rock-Nummern einen poppigen Anstrich verliehen… hoppala! „Mit Pop habe ich nichts am Hut“, widerspricht Meister Valo energisch. „Wir wollten nur die perfekte Balance zwischen aggressivem Rock, melancholischen Keyboards und harmonischem Gesang finden.“ Das ist dem nordischen Fünfer zwar gelungen, doch der ganz große Wurf ist „Screamworks“ letztlich nicht geworden. Immerhin variiert Valo seine dreifach geteerten Stimmbänder wie selten zuvor, haucht, schreit und brummt hie und da auch wieder wie ein onanierendes Rentier. „Das ist das erste Album, das unserem Live-Sound ähnelt, bei dem ich ja auch immer experimentiere. Das hat mehr Ausdruck und Emotion, so kann ich mich völlig gehen lassen.“ Wer sich mal zusammen mit Ville gehen lassen will, kann sich ja das gute Stück besorgen. Oder ruft ihn fürs gleiche Geld einfach an – 21 Minuten sollten doch reichen, oder?

(erschienen in unclesally*s 02-02/2010)


HIM

HIM
“Screamworks - Love in Theory and Practice”
Warner
Erhältlich ab 12.02.2010
Guckst du hier

Und hier noch was zu gucken:

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