NILE
„There is no God!“, keift Hohepriester Karl Sanders gleich zu Beginn des sechsten Nile-Albums „Those Whom The Gods Detest“ in die Welt hinaus. Gegen Religion scheint der Mann Groll zu hegen – prompt hält er ungefragt ein Referat zum Thema. Fazit: „Ich denke, dass die großen monotheistischen Religionen absolut irrelevant und schlecht für die Menschen sind. Man sollte einen Warnhinweis auf Christentum oder Islam kleben: ‚Achtung: Diese Religion kann tödlich sein!’“ Absolut tödlich (im positiven Sinne) ist auch das, was uns das Quartett aus South Carolina nun auf dem neuen Bolzwerk kredenzt: Selten wurde Technical Death Metal mit solcher Präzision, Härte und Kunstfertigkeit zelebriert wie auf diesem Soundtrack fürs Pyramiden-Abrisskommando, der mal wieder zum Großteil vom alten Ägypten handelt. Konkreter: vom berüchtigten Herrn Echnaton, der den Polytheismus absetzte und Sonnengott Aton wieder das Zepter übergab. Ganz will Sanders dann aber doch nicht auf Ägypten reduziert werden. „Es gibt auch andere Elemente auf dem Album: Ideen von H. P. Lovecraft, alte Hethiter-Voodoo-Zauber zum Austreiben von Dämonen, iranische Folklore. Zu behaupten Nile befassten sich nur mit Ägypten, würde zu viele Dinge ausklammern.“
Dennoch muss der Maschrek-Staat noch einmal angesprochen werden. Uns ist zu Ohren gekommen, dass Karl Sanders tatsächlich noch nie auf ägyptischem Boden stand. Also: Bitte kaufen Sie alle das neue Nile-Album, denn wenn sich „Those Whom The Gods Detest“ gut verkauft, wäre Sanders Lebenstraum eventuell finanzierbar. Abgesehen davon ist die Scheibe einfach scheißgeil.
Nile
“Those Whom The Gods Detest”
Nuclear Blast
Bereits erhältlich
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