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Musik-Story: Editors – Macht mal einer das Licht an?

Bloged in Stories von admin Donnerstag Oktober 1, 2009
Editors

EDITORS

Da sag noch mal einer, Tapetenwechsel wären überbewertet: Die Editors krempeln ihre Leben um und lassen es den Hörer auf ihrem düsteren Drittling „In This Light And On This Evening“ auch deutlich spüren

Zwei kleine Editors… gingen über den Teich ins gelobte Amiland. Ein kleiner Editor… zeugte einen noch kleineren Editor und wischt ihm nun in London den Hintern ab. Und der vierte kleine Editor… der sitzt ganz allein in Birmingham! Nachdem die Editors mit ihren ersten zwei Alben wie Phoenix aus dem Krematorium geschossen waren, hatten sie – neben viel Kohle – vor allem eines: Angst stillzustehen. Also zog die Saitenfraktion Chris Urbanowicz und Russell Leetch ins ferne New York, um sich nicht im trostlosen Königreich zu Tode zu langweilen, und Sänger Tom Smith recherchierte noch mal intensiv die Sache mit den Bienchen und den Blümchen. Andere Bands wären an viel weniger zerbrochen. Nicht so die Editors, die im sterilen Konferenzraum eines schnieken Alsterblick-Hotels in Person von Tom, Chris und Trommler Edward Lay bei ein paar Gummibärchen Auskunft zum neuen Zuwachs „In This Light And On This Evening“ geben.
„ Natürlich schreibe ich jetzt keine Songs übers Windelwechseln“, gibt Tom – auch hier Wortführer – zu Protokoll. „Vater zu sein hat aber meine Perspektive verändert, und das macht sich auch in der Musik bemerkbar. Chris und Russel leben jetzt in New York, was ebenfalls einen neuen Einfluss auf sie ausübt. Auch das ist sicher dafür verantwortlich, dass sich das neue Album drastisch vom letzten unterscheidet. Einige werden damit ein Problem haben, aber das ist okay. Denn ich bin mir sicher, dass unsere Fans honorieren, dass wir versucht haben, etwas Neues und nicht auf Nummer sicher zu machen.“ Auch wenn Fans allgemein nicht für Experimentiertoleranz bekannt sind, dürfte der schöne Tom mit dieser Einschätzung richtig liegen. Schließlich ist es ja auch nicht so, dass die Editors jetzt nicht mehr die Editors wären – sie haben nur ein Element ihres Sounds stärker in den Fokus gerückt: die Schwere, die Kontemplation, die Dunkelheit. Denn, so wird Tom nicht müde zu betonen, die Editors sind dunkel. Mindestens. Wenn nicht sogar düster. Kollektiv schwarze T-Shirt- und Jeans-Mode beweist das. „Editors sind eine Nacht-Band: Die Dinge, die wir erforschen, und die Art, wie wir sie erforschen, das hat eine nächtliche Ästhetik an sich. Das war schon immer so, tritt auf dem neuen Album aber mehr denn je zutage. Wir lieben die Dunkelheit, unsere Musik hat mitunter bösartige, beängstigende Wesenszüge“, gibt Tom noch mal all jenen mit auf den Weg, die aus irgendeinem unerfindlichen Grund dachten, Editors wären eine Sunshine-Band.
In der Tat besitzt „In This Light And On This Evening“ einen nahezu unheimlichen Impact, der sich perfekt mit (durchaus vorhandenem) Pop-Appeal zu einem morbiden Bastard paart und von Produzentenlegende Flood bewusst rau eingefangen wurde. „Wir wollten ein Album, das nicht perfekt und poliert ist, also haben wir alles live eingespielt – um den Moment einzufangen“, erklärt Tom und wird dann tatsächlich mal von den Kollegen unterbrochen. Edward: „ Obwohl es im weiten Sinne ein elektronisches Album ist, hat es dadurch Menschlichkeit und Tiefe bekommen.“ Chris: „Ich hasse den Sound von heutigen Pop-Alben, die hören sich scheiße an. Völlig affektiert und so lange mit Tools bearbeitet, bis kein Leben mehr drin ist. Wir wollten etwas mit Seele haben.“ Und zwar mit einer dunklen Seele, richtig?

(erschienen in unclesally*s 10/2009)


Editors

EDITORS
“In This Light And On This Evening”
Pias
Bereits erhältlich
Guckst du hier



Ach ja, warum heißt das gute Stück eigentlich “In This Light And On This Evening”? benrocks.de klärt auf!

Mit „In This Light And On This Evening“ haben die Editors ihr drittes Baby wenig griffig getauft. What the hell soll das bedeuten? Tom klärt auf: „Es geht um diesen einen Moment, in dem dir etwas, das du schon hundertmal zuvor gesehen hast, plötzlich den Atem raubt, weil es so wunderschön ist. Für mich war das eine bestimmte Ansicht von London, die ich jeden Tag sehe – aber die Art, wie in diesem Moment die Sterne standen… das war einzigartig.“ Hui, irgendwie ja doch ganz schön romantisch, der Bub. „Stimmt, für einen Haufen dunkler Bastarde wie uns ist das eine ziemlich romantische Vorstellung!“ Ach ja, fast vergessen, die sind ja dunkel! Aber mal ganz unter uns: soooo dunkel dann nun auch wieder nicht.

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