Es hätte alles so einfach sein können. Erster Brief des Apostels Petrus an – nun, an alle eigentlich: “Es gibt keinen Gott.” Und schon wäre vielen Menschen ziemlich viel Leid (selbst- oder fremdinduzierter Natur) erspart geblieben. Aber nein, es kam anders – und zwar ziemlich dicke für Freidenker und andere Dissidenten. Doch heute, da leben wir in einer Demokratie, es gibt Meinungs- und Redefreiheit, jeder darf frei nach seiner Façon leben, korrekt? Denkste – nicht zuletzt Atheisten werden auch hierzulande massiven Repressalien und Schmähungen unterworfen. Bestes Beispiel: die Buskampagne. Inspiriert von anderen europäischen Vorbildern (selbst im streng katholischen Italien und Spanien war dies möglich), rauften sich ein paar engagierte Ungläubige zusammen und wollten auch in Deutschland Botschaften wie “Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott” auf öffentlichen Verkehrsmitteln platzieren. Allein, die Verkehrsbetriebe unserer selbsterklärten Meinungspluralismusnation verweigerten sich (bis auf eine Ausnahme: Essen) – mit der abstrusen Begründung, man wolle sich “weltanschaulich neutral” verhalten, wie Buskampagnen-Sprecher Phillip Möller berichtet. Ach ja, Heuchelei, du Mätresse des Glaubens: Während die Atheisten-Reklame mit dieser fadenscheinigen Aussage abgelehnt wurde, fahren in zahlreichen deutschen Städten Verkehrsmittel mit “weltanschaulich neutralen” Slogans wie “Keine Sorge: Es gibt Gott. Also: Schönen Tag!” oder (heute in der Hamburger U-Bahn gesehen) Jesus-verherrlichenden Losungen durch die Straßen und Schächte. Noch Fragen? Also, Atheisten aller Länder, vereinigt euch! Am besten im Rahmen der Buskampagne, die dann doch (dank eines mit Spendengeldern gemieteten Berliner Doppeldeckers) ab dem 30. Mai auf große Deutschlandtour geht und dabei in diversen deutschen Großstädten Halt macht. Den genauen Fahrplan gibt’s auf buskampagne.de. Amen.
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